Keine Ruhe

Eine Messerattacke südlich von Jerusalem.

In einer jüdischen Siedlung, die dort nicht sein sollte, weil sie da nicht hingehört. 

Das Opfer, ein 44 jähriger Siedler,  der mit seiner Pistole den 17jährigen Täter erschießen konnte, bevor er selbst an seinen Verletzungen starb.

Die Hamas jubelt und preist den 17 jährigen als Helden für die Palästinensische Sache. 

Die israelischen Minister schwören, dass diese Siedlung dort ewig bleiben und nun erst recht weiter ausgebaut wird.

Was reift und gedeiht, ist der Hass auf beiden Seiten. 

Und wieder beschleicht mich dieses ausweglose Gefühl der Ohnmacht. 

Weil alles so sinnlos ist. 

Und weil ich weiß, dass im Verborgenen und öffentlich der Hass immer wieder Nahrung bekommt. 

Die Hamas ist die übelste Versammlung von miserablen Typen, die nichts anderes wollen, als Hass in die Herzen der Palästinenser zu pflanzen.  Die Eltern, die den Tod ihrer Kinder öffentlich feiern, Gelder kassieren, den Mythos vom Märtyrer pflegen. Natürlich sind das Einzelfälle, aber sie erhalten die Struktur. 

Und auf der anderen Seite? Kein zurücknehmen von Bebauungsplänen, kein öffentliches wirkliches Angebot, kein Verzicht, kein wirklicher Wunsch, zu befrieden. 

Am Wochenende bin ich in Jerusalem. Meine Sehnsucht bringt mich noch einmal hin vor meiner Heimreise. Ein paar Freunde will ich treffen. Doch schon jetzt beschleicht mich wieder diese Anspannung, weil man dort dem Thema näher ist. Hier in Haifa fühlt es sich (fast) normal an. Man lebt nebeneinander. Es ist friedlich, es ist ein ständiger Mix. 

Jerusalem... Schöne, traurige Stadt mit dem blutenden Herzen, an dem es reißt und zerrt. 

Jerusalem. Ich freu mich auf dich.